New Orleans

12.04. bis 18.04.2000 – New Orleans

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12.04.2000
Gegen 20.20 Uhr kommen wir mit dem Crescent (so heißt der Zug, der die Strecke New York – Washington D.C. – New Orleans fährt) in New Orleans an. War es in New York und Washington noch recht kühl, so haben wir um diese Uhrzeit noch Temperaturen um die 20 Grad. Da können wir uns ja schon auf die Temperaturen am Tag freuen…

Da die Jugendherberge recht weit vom Bahnhof entfernt liegt, und es schon spät ist, nehmen wir hier ein Taxi und verzichten ausnahmsweise einmal auf das tolle Erlebnis, mit unseren Koffern durch amerikanische Großstädte zu ziehen. Wenn Kofferziehen eine olympische Disziplin werden sollte, so hätten wir jetzt mit Sicherheit genügend Erfahrung 😉

Zum Glück liegt in der Jugendherberge genügend Informationsmaterial über die Stadt und die nähere Umgebung aus, so dass wir direkt durchstarten können und mit der Planung unseres Aufenthaltes hier beginnen können.

13.04.2000
Wie in fast allen Städten zu vor benutzen wir auch hier wieder das klassischste aller Verkehrsmittel, auch wenn es Aufgrund der vielen Blasen schon nicht mehr so recht funktionieren will – unsere Füße 😉 Der erste Weg führt allerdings in die nächste Bank, weil wir ansonsten wohl grausam verhungern müssten, da unsere Vorräte an $$$$$ so langsam ausgehen.

Wir besichtigen das Civil War Museum, in dem man Ausstellungsstücke zum amerikanischen Bürgerkrieg sehen kann.

Weiter geht’s an das Ufer des Mississippi, wo wir gleich für Übermorgen eine Fahrkarte für den Schaufelraddampfer „Natchez“ kaufen. Bei den Karten muss man aufpassen, da es sowohl Karten für den Schaufelraddampfer gibt (die etwas teurer sind) und auch Karten für andere Schiffe, die zwar auch auf alt getrimmt sind, aber eben keine Schaufelraddampfer sind.

Überall am Ufer werden Bühnen aufgebaut, da am Wochenende hier das French Quarter Festival stattfinden soll.

14.04.2000
Früh am Morgen buchen wir bei Spinato Travels eine Tour über die Plantagen – ja genau die aus dem Film „Vom Winde verweht“. Wir kommen mit dem Kleinbus an mehreren Plantagen vorbei, von denen wir schließlich 2 besichtigen:

* Die Oak Alley Plantation, die mit ihrem alten Baumbestand und der tollen Lage direkt am Ufer des Mississippi Rivers wohl eine der schönsten Plantagen dieser Gegend sein dürfte und die

* San Francisco Plantation, die zwar von außen schön bunt aussieht, aber innen nicht annähernd an die Oak Alley Plantation herankommt. Die Besonderheit an dieser Plantage liegt in den kleinen Türmchen rechts und links, in denen das Regenwasser von der Dachrinne aufgefangen wurde und über ein zweites Rohr bei Bedarf zurück ins Haus floss. Hier stehen auch noch die Unterkünfte der damaligen Sklaven, die in Komfort, Größe und Ausstattung nicht annähernd an die restlichen Gebäude der Plantage herankamen.

Den Tag lassen wir auf dem French Quarter Festival ausklingen, bei dem auf 3 Bühnen direkt am Mississippi-Ufer Musik der verschiedensten Richtungen gespielt wird. Die Atmosphäre hier ist absolut genial: Vor einem die Bühne, rechts New Orleans und links fahren die Kreuzfahrtschiffe und Schaufelraddampfer auf dem Mississippi vorbei.

Aber nicht nur hier wird gefeiert, sondern die ganze Stadt scheint in Party-Stimmung zu sein. Musik überall wo man hinhört bzw. hinsieht. Kleinere Bühnen sind an fast jeder Straßenecke im French Quarter aufgebaut. Die ganze Stadt scheint zu feiern.

15.04.2000
Heute ist eine Fahrt mit dem Schaufelraddampfer „Natchez“ auf dem Mississippi angesagt. Wir fahren den Mississippi entlang, lassen die Stadt mit ihrem Festival hinter uns, fahren an Schiffen aus allen Ländern der Welt vorbei. Zum Glück haben wir die Fahrt mit Essen gewählt, da man hier für ein Paar Dollar mehr ein komplettes Essen bekommt und nicht erst die für uns recht unverständliche Speisekarte studieren muss. Bei Jazzmusik essen wir, während wir uns wieder in Richtung New Orleans bewegen.

Heute ist für Christian der Tag gekommen, an dem er sich auf den Weg nach Enterprise macht, während ich noch bis zum 18.04. in New Orleans bleiben werde, und die restliche Zeit dann dazu nutzen will, um New York näher kennen zu lernen.

16.04.2000
Endlich mal ausschlafen – das muss auch sein, und danach einfach etwas aufs French Quarter Festival gehen. Das war eben mal so ein richtiger Faulenzertag. Man muss ja schließlich nicht immer nur durch die Stadt „rennen“.

17.04.2000
Die wichtigsten Highlights dieser Stadt habe ich jetzt ja gesehen (Plantagen, Steamboat, Civil War Museum, Mississippi, …) Darum geht es heute ins IMAX-Kino und ins Aquarium of the Americas, ein riesiges Aquarium, in dem auf mehreren Stockwerken sehr viel zu sehen ist. Man sollte es sich allerdings nur ansehen, wenn man wie ich (zu) viel Zeit hat. Sehenswert wären evtl. noch das Voodoo-Museum und die Cemetrys. Leider war es mir nicht mehr möglich, hier an einer Tour teilzunehmen.

18.04.2000
Frühmorgens um 05.00 Uhr heißt es schon wieder bye bye New Orleans. Vor mir liegt die letzte Zugfahrt dieser Reise, auf der mich der Crescent zurück nach New York bringen wird.

 

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