Aberdeen

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15. – 16. Juni 2013 – Aberdeen

Zunächst holten wir unseren Mietwagen, einen silbernen Vauxhall Astra, ab und dann ging es los auf unsere erste Fahrt ins 204 km entfernte Aberdeen. Vor 11 Jahren war ich schon einmal in Aberdeen und war von der Stadt nicht wirklich begeistert. Warum wir jetzt nochmal da hin fahren? Nun – der einzige Grund sind die Highland Games, die wir unbedingt einmal sehen wollen.

Auf den Weg nach Aberdeen kommen wir im kleinen Küstenstädtchen St. Andrews vorbei. Die Stadt hat ein altes, verfallenes Castle, eine große Kirche und einen sehenswerten Friedhof sowie eine traumhafte Lage am Meer. Weiter ging es zu einem sehr schön am Strand gelegenen Leuchtturm, dem 1870 erbauten „Scurdie Ness Lighthouse“ vorbei. Dann fuhren wir nach Montrose. Die angeblich so malerische Stadt fanden wir nicht so toll. Dafür gab es hier aber einen ganz tollen Strand! Als Gabi mich fotografieren wollte, hat mich eine Welle erwischt und schon hatte ich richtig nasse Füße.

Aberdeen am Abend zu finden, war dank unseres Navis kein Problem. Der Weg ins IBIS-Hotel das wir reserviert hatten, war allerdings schon ein Problem: Die Adresse selbst fand das Navi sehr gut. Allerdings lag es genau auf der gegenüberliegenden Seite einer vielbefahrenen 4spurigen Straße, die zwischen Hotel und Hafenbecken verlief. Da wir auch nicht sofort die Einfahrt fanden, fuhren wir die Straße ein paar mal auf- und ab.

Am 16. Juni besuchten wir dann die Aberdeen Highland Games, die im sogenannten Hazelhead Park stattfanden. Der lag etwas außerhalb der Stadt, war aber mit einem Bus sehr gut zu erreichen. Hier lernten wir interessante neue Sportarten kennen, die wohl zum schottischen Nationalerbe gehören: Tossing the caber (Baumstammwerfen) ist sicher die beeindruckendste von allen. Hier muss der Werfer den Baumstamm zunächst senkrecht ein Stück bewegen und dann im richtigen Moment loslassen. Das Ziel ist es, das der Baumstamm sich einmal überschlägt und dann vor dem Werfer zum liegen kommt. Genau diesen Überschlag schafften aber nicht alle. Weitere Disziplinen waren: Putting the Stone (Kugelstoßen), Throwing the Hammer (Hammerwerfen), Pipe Band Contest und Highland Dancing. Ganz am Ende gab es dann noch einen großen Aufmarsch der Dudelsackspieler. Da war wirklich was los und die 6 GBP Eintritt waren dafür auch sehr angemessen. Ich habe einen Haggis-Burger gegessen. Der war ungewohnt, aber extrem lecker. Gabi hat sich in eine Holzkuh verliebt, die hier aus einem Baumstamm gesägt wurde. Nur leider ist die zu groß fürs Handgepäck. Das Problem lösten wir aber, indem wir diese später zu Hause kauften und uns zu schicken liessen. Seitdem steht die in unserem Treppenhaus. Weniger schön war, das wir den Weg zurück in die Stadt zu Fuß antreten durften, da die Busse hoffnungslos überfüllt waren. Aber dafür kamen wir dann wenigstens durch einige sehenswerte Wohngebiete.

Ansonsten war es mit Aberdeen genau wie bei meinem letzten Besuch: meine Begeisterung für die Stadt hielt sich in engen Grenzen. Die Gebäude sahen zwar toll aus, aber irgendwie konnte man nichts machen. Das einzige was mich noch interessiert hätte war ein Museum über Schifffahrt in der Nähe des Hafens, aber das hatte geschlossen.